Neues UNESCO-Welterbe in Albanien

Schutz für Buchenwälder in Tropoja und Librazhd

Zwei unbekannte Ecken Albaniens wurden diese Woche von der UNESCO zu Welterbestätten erklärt. Es handelt sich um Wälder mit Rotbuchen in abgeschiedenen Bergregionen in Grenznähe.

Das Welterbe beschränkt sich nicht auf Albanien, sondern umfasst unter der Bezeichnung »Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas« Dutzende von Gebieten in dreizehn verschiedenen Ländern Europas inklusive in Deutschland und Österreich (und vielleicht auch bald mal in der Schweiz). Gegründet wurde die Welterbestätte 2007 mit Karpatenwälder in der Slowakei und in der Ukraine, 2011 kamen diverse Wälder in Deutschland hinzu. Albanien konnte hier somit von einer internationalen Bewegung profitieren.

Die Buchenwälder sind die erste UNESCO-Naturerbestätte in Albanien. Die beiden Regionen standen bis jetzt nicht im Fokus der Tourismuspolitik und des Umweltschutzes in Albanien. Aber immerhin stehen sie schon länger unter Schutz. Und immerhin konnten sich in diesen abgeschiedenen Ecken grössere Wälder erhalten.

Höhere Lagen des Gashitals, Tropoja

Das Tal des Gashi-Flusses ist ein striktes Naturreservat in Tropoja. Es liegt ganz im Nordosten des Landes in unerschlossenem Bergland hinter dem Shkëlzen und östlich des Valbonatals. Weitere Nachbartäler liegen schon jenseits der Grenze in Kosova und Montenegro. Das enge Tal ist nur zu Fuss zu erreichen und bis jetzt abgesehen von etwas Weidewirtschaft und ein paar Wanderern in höheren Lagen kaum beeinträchtigt. Das Gebiet umfasst nebst Buchenwäldern auch andere Baumarten und waldfreies Hochgebirge. Die albanischen Behörden geben an, dass rund ein Drittel des Gebiets aus Buchenwald bestehe, geben aber auch gleich zu, dass genaue Daten fehlen.

Das zweite Gebiet liegt in Ostalbanien an der Grenze zu Mazedonien. Die Wälder von Rajca liegen im abgeschiedenen Bustricatal zwischen den Bergen Shebenik und Jablanica im nach ihnen benannten Nationalpark. Der Wald von Rajca konnte sich als grenznahes Sperrgebiet lange erhalten, aber auch hier sind vermutlich grosse Teil des Gebiets waldfrei oder von anderen Baumarten dominiert.

Buchenwälder an steilen Berghängen dürften nur ein geringes touristisches Potential haben. Vermutlich wird das UNESCO-Welterbe-Label aber doch bald Touristen in die Gebiete locken. Die Bergregionen sind durchaus auch sehenswert. Es bleibt zu hoffen, dass die unberührte Natur dieser Wälder und Berggebiete erhalten bleibt und sich die Besucherströme vielleicht in benachbarte, ebenfalls sehenswerte Bergwelten leiten lassen.

(nlA)

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