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albanien.ch konzentriert sich in erster Linie auf den Staat Albanien, da die Autoren mit Kosova weniger gut vertraut sind. Viele Themen (darunter die Sprache und Kultur) machen vor Grenzen nicht halt. Und um den vielen Informations-Suchenden doch weiterhelfen zu können, bieten wir auf dieser Seite eine kurze Vorstellung Kosovas an.
Begriffe: Auf dieser Website wird die albanische Bezeichnung Kosova verwendet. Wenn passend oder notwendig, wird eine der eine der deutschsprachigen Formen (der oder das Kosovo) gebraucht. Auf den Kompromiss Kosov@, der sowohl der albanischen als auch der serbischen Seite gerecht werden soll, kann hier verzichtet werden.
Foto: A. Dombrowski (CreativeCommons)

Kosova liegt im Herzen des Balkans. Das Gebiet ist Schnittstelle verschiedener Kulturen, Völker und Religionen, und dementsprechend vielfältig ist die Bevölkerung des kleinen Landes (ca. 10800 km2). Diese Vielfalt führte einerseits zu den grossen ethnischen Konflikten und Kriegen, die das Bild von Kosova im Westen noch heute prägen. Andererseits ist dieser Mix der Kulturen ein Teil dessen, was das Land interessant macht.

Die Erklärung der Unabhängigkeit am 17. Februar 2008 durch das kosovarische Parlament konnte zwar noch nicht alle Unstimmigkeiten über den Status der ehemaligen serbischen Provinz klären, war aber eine längst fällige Realisierung bestehender Fakten. Belgrad hat seit dem Einmarsch der Nato-Truppen im Sommer 1999 keinen Einfluss mehr auf das Gebiet, das schon lange unter internationaler Aufsicht von einer eigenen Regierung und einem eigenen gewählten Parlament geleitet wird. Die albanische Mehrheit in Kosova hat eine Demokratie aufgebaut, die auch den vielen Minderheiten einen Lebensraum schafft.

Von den etwa 2,1 Millionen Einwohnern Kosovas sind rund 90 Prozent Albaner (Quelle: Statistical Office of Kosovo) – und dieses Verhältnis wurde auch durch die demographischen Verängerungen seit dem Krieg nur unwesentlich beeinflusst. Die neue Fahne des jungen Staats enthält sechs Sterne, die für die ethnischen Gruppen der Albaner, Bosniaken, Roma, Serben, Türken und die restlichen Minderheiten (Goraner, Aschkali, Ägypter) stehen.

Die Landschaft Kosovas ist vor allem von Gebirgen gezeichnet, die vor allem an den westlichen und südlichen Grenzen stattliche Höhen erreichen. In diesem Kessel liegen zwei grosse Ebenen, das zentrale Amselfeld (Fusha e Kosovës) und die Ebene von Dukagjin (resp. Metohija auf Serbisch) im Westen, die durch hügeliges Bergland getrennt werden. Im Norden und Osten grenzt Kosova an Serbien. Im Westen von Kosova liegt Montenegro, im Südwesten grenzt es an Albanien und im Süden an Mazedonien.

Seit dem Einmarsch der Nato-Truppen in Kosova im Sommer 1999 war die Provinz unter der Verwaltung der UNO, gehörte de facto aber zu Serbien (und Montenegro). Der Abzug der serbischen Ordnungskräfte und die Präsenz der Ausländer haben das Land tiefgreifend verändert. Die einst verschlafene Provinz entwickelte sich rasant und die notwendigen Strukturen wurden geschaffen. Die Bevölkerung übernahm in immer mehr Bereichen die Verantwortung von der UNO-Verwaltung. Verhandlungen zwischen Prishtina und Belgrad verliefen erfolglos, weil sich Belgrad vehement gegen eine Unabhängigkeit stemmte. Europa und die USA machten aber klar, dass sie die Unabhängigkeit als einzigen Weg sahen.

In Abstimmung mit den wichtigsten Ländern erklärte Kosova am 17. Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit. Der Schutz der Minderheiten ist ein zentrales Element der neuen Verfassung, die mehrheitlich den europäischen Vermittlungsvorschlag umsetzt. Auch wenn Serbien Kosova nach wie vor als Teil des eigenen Staates betrachtet, haben bereits fast 60 Länder und mehrere internationale Organisationen den neuen Staat anerkannt, vgl. KosovoThanksYou.com. Die internationale Gemeinschaft wird noch lange in Kosova präsent sein und die Rechte des neuen Staats und seiner Minderheiten zu garantieren.

Die Beziehungen zu Belgrad bleiben gespannt und in den serbischen Enklaven entsteht eine von Serbien teuer subventionierte Parallelgesellschaft. Die Mehrheit der in Kosova lebenden Serben hat die Heimat verlassen. Auch viele Minderheiten (Roma) verliessen das Land – nicht immer freiwillig. Ausländischen Truppen und ausländische Polizisten garantieren zusammen mit den kosovarischen Polizisten die Sicherheit im Land und gewaltsame ethnische Auseinandersetzungen beschränken sich auf einige wenige Hotspots.

Insbesondere für die Albaner hat sich die Lage seit 1999 deutlich gebessert. Sie sind keinen Sanktionen mehr ausgesetzt und können wieder unter normalen Umständen ihrem Leben nachgehen. So ist Kosova ein Land des Aufbruchs. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung machen sind die Albaner daran, sich ein eigenes Land aufzubauen. Nach den befreienden Nato-Bombardierungen im Frühling/Sommer 1999 und der Zerstörungen durch die Serben waren ganze Landstriche zerstört. Viele Menschen hatten kein Dach mehr über dem Kopf.

Die internationale Gemeinschaft half zwar schnell. Gut ist die Situation aber noch nicht: Kosova ist heute das Armenhaus Europas: Das Bruttosozialprodukt erreicht negative Extremwerte, die Arbeitslosigkeit ist mit 57% (offiziell) so hoch wie sonst nirgends. Es wird zwar fleissig gehandelt und fleissig gebaut. Aber ansonsten läuft nicht viel - es fehlt an Investitionen. Denn für ausländische Investoren ist die Entwicklung auch trotz Unabhängigkeit zu unklar. Kosova ist weiterhin - und wahrscheinlich noch sehr lange - auf ausländische Hilfe angewiesen. Dank der grossen Exil-Gemeinde kann zumindest von einem konstanten Zufluss von Geldern und vielleicht bald sogar vermehrten Investitionen von Auslands-Albanern ausgegangen werden.

Das soll Ausländer nicht davon abhalten, Reisen nach Kosova zu unternehmen. Die Versorgung ist sichergestellt, insofern man es sich leisten kann. Ein Besuch bei Freunden oder der Familie, verbunden mit einer Erkundungsreise durchs Land, ist problemlos möglich. Für Ausländer sind auch Dörfer von Minderheiten und die sehenswerten orthodoxen Klöster zugänglich, und das Land ist mit wenigen Ausnahmen sicher. Wer Kosova auf eigene Faust erkunden will, sollte sich aber zuvor mit den Gefahren von Landminen und den ethnischen Spannungen auseinandersetzen.

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Seite zuletzt bearbeitet:
May 17, 2009, at 11:52 AM
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